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November-Update

Finden dieses Jahr wieder die Fan Choices statt?

Jetzt haben wir November, es gab keine Ankündigung – also nein. Die Fan Choices fallen dieses Jahr aus. Im letzten Jahr wollten wir der Pandemie trotzden, Musiker:innen trotzdem auszeichnen. Dass es ein ganzes Jahr ohne die geplanten Tourneen weiter geht, konnte man ahnen. Man hatte aber gehofft, dass es sich anders entwickelt. Die Fan Choices sollen Konzerte auszeichnen. Shows. Von Euch vorgeschlagen und gevotet. Dadurch, dass wieder keine Tourneen stattfinden, wie sie stattfinden sollten, und auch Herzensmerch. sich durch fehlende Konzerte auf andere Dinge konzentrieren und Kraft woanders reinstecken muss, pausieren wir. Zusätzlich bekommt es einen kleinen traurigen Beigeschmack, dass wir beispielsweise immernoch den Preis für Nico Santos hier haben, da sich weder er, noch Management oder andere des Teams gemeldet haben, um den Preis anzunehmen. Nachdem zehntausende von Stimmen bei dem Voting eingegangen sind.
Es ist toll, dass die Fan Choices so gut bei Euch ankommen. Dass Ihr immer mitmacht, aufruft, Euch mobilisiert. Dieses Jahr ist jedoch nicht das Jahr für die Fan Choices.
Es wird jedoch eine Alternative geben, um unsere Voting-Finger nicht zu lange pausieren zu lassen. Für kreative Köpfe. Bald mehr.

Nein, das war nicht „mutig“

Es könnte amüsant sein, wäre es nicht so traurig. Stellt Euch vor es ist Pandemie, Menschen sterben, werden depressiv, verlieren ihre Arbeit und bestimmte Künstler treten diejenigen mit Füßen, die Euch Arbeit ermöglichen und dem Publikum endlich wieder Kultur bieten wollen.

Wie es aussieht leben wir in einer Zeit, in der Menschen dafür gelobt werden, Regeln zu ignorieren, zu brechen und sich oder andere in Gefahr zu bringen.
Dass ein gestandener, legendärer Künstler es sich erlaubt, einen Auftritt einfach abzubrechen, keine richtige Erklärung oder gar eine richtige Entschuldigung zu liefern, ist neben arrogant vor allem eins: privilegiert.
Eine Künstlerin, die mal in den 80ern und 90ern mal eine Relevanz hatte und sich anmaßt, bei einem Konzert Sicherheit- und Hygienekonzepte zu ignorieren und zu weiterer Missachtung aufzurufen, ist nicht nur arrogant und privilegiert, sondern auch rücksichtslos. Und gefährlich.

Der Unterschied zwischen Helge Schneider und Nena ist wohl nur, dass der Eine das Konzept der Veranstaltung irreführend und ablenkend empfand und Konzentrationsprobleme beklagte. Was keine Entschuldigung ist, denn informiert darüber, wie es abläuft, war er. „Querdenker“ und Rechte nutzen Videos seines Abbruchs jedoch, aus dem Kontext gerissen, um mit Falschinformationen Stimmung gegen die Regierung zu machen. Als wäre Schneider einer von ihnen. Uncool as always.
Während die andere Person sich durch ihr Verhalten und ihre Aussagen deutlich bei den „Querdenkern“ positioniert.

Nun liest man es immer wieder, vor allem auf Facebook und Twitter: „Ihr stempelt immer jeden der mal was gegen die Maßnahmen sagt als Querdenker und Nazi ab!!!!!!!“ – und auch das, lieber unzufriedener Facebook-User, entspricht nicht die Wahrheit. Genügend Menschen haben des Öfteren Maßnahmen konstruktiv kritisiert. Beispiel zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Pandemie: Wieso dürfen 100 Leute in einen Supermarkt, haben Blumenläden offen, aber die selbstständige Dame in der Boutique um die Ecke darf nicht einzeln und nacheinander, mit Abstand und Maske ihre Kundschaft im Laden begrüßen?

Es gibt aber einen Unterschied zwischen Kritik dieser Art und den Worten von Nena, ihr sei alles scheiss egal, die Polizei sie schon von der Bühne tragen müsste, sich die Frage stellt, was man überhaupt mit sich machen lässt, dass man sich seine Freiheit zurück holen soll und nicht alle gestoppt werden können. Und so weiter.

Eine leicht aggressive Art einer unzufriedenen, undankbaren und privilegierten Person, die Menschen aufruft, sich nicht an Regeln zu halten. Huch, kurzer Throwback zu den Ansprachen der Republikaner an das unzufriedene Volk in einer aufgeheizten Situation, vor der Stürmung des Capitols.

Welche Frage stellt sich eigentlich noch? Die Frage, wie sehr Nena hinter ihrer Aussage, nicht alles mit sich machen zu lassen, wirklich steht. Dass man nichts tun müsse, nur weil es vorgeschrieben ist.
Szenario also: Ein normales Konzert von ihr. Halle mit 5000 Leuten. Wie wäre es, wenn 200 der Fans einfach über die Absperrungen klettern und die Bühne stürmen? Laut Nenas Aussagen und der Aussagen jeglicher Querdenker zu dem Thema, wäre es völlig in Ordnung. Denn Absperrungen, wie auch Sicherheits- und Hygienekonzepte auf coronakonformen Konzerten, sind ja nur da, um die Meute in Schach zu halten und so etwas sollte man nicht mit sich machen lassen. Korrekt? Als wären Sicherheitskonzepte wichtig und hätten irgendeinen Grund…

Wenn jemand auf Konzerten aufruft, Sicherheitsregeln und Hygieneregeln zu brechen und wer genau diesen Aufruf beklatscht und befolgt, aka das Publikum, hat so etwas wie Konzerte, aus rein moralischer Sicht, doch irgendwie nicht verdient.

Wieso?

Seit anderthalb Jahren sind wir in einer Pandemie. Den gesundheitlichen Aspekt, das körperliche und mentale Leid der Menschen an dieser Stelle zur Seite geschoben. Konzentrieren wir uns auf die Veranstaltungsbranche.
First out, last in: Events waren das Erste, was verboten wurde. Und sie finden auch jetzt, anderthalb Jahre später, noch nicht auf normale Weise wieder statt. Venues müssen schliessen, Insolvenz anmelden, Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, Künstler:innen jeglicher Art müssen sich teilweise andere Karrieren suchen, händeringend versuchen, ihr Leben zu finanzieren. Denn die Veranstaltungsbranche besteht nicht nur aus Helene Fischers und Herbert Grönemeyers, die Stadien füllen und finanziell mehr als über die Runden kommen. Einige Künstler:innen haben sich im letzten Jahr für ihre Branche eingesetzt, die Stimme erhoben und unterstützt, anderen haben die Probleme ihre eigenen Branche nicht interessiert.
Was Nena jedoch getan hat, ist die komplette Veranstaltungsbranche zu mit den Füßen zu treten und einmal draufzuspucken.

Da bekommt diese Künstlerin, eine der wenigen, die Möglichkeit, ein Konzert zu geben. Stimmt den Vorschriften und Maßnahmen vertraglich zu, unter denen sie auftreten darf und kann, nur um während des Konzertes zu sagen, dass sich niemand an Vorschriften und Hygienekonzepte halten soll und die Leute nicht hinnehmen sollen, was mit ihnen gemacht wird.
An privilegierter Arroganz und Rücksichtslosigkeit ist das nicht zu übertreffen. Veranstalter bringen Events auf die Beine, um Musikern und Publikum die Möglichkeit auf Live-Musik zu geben. Geld und Ideen werden investiert, Konzepte werden entworfen, um den aktuellen Maßnahmen und Richtlinien gerecht zu werden, damit überhaupt etwas stattfinden kann… damit die Kulturlandschaft wieder lebt. Während Bands wie Revolverheld, Leoniden, Culcha Candela, Michael Schulte, Lotte, Stefanie Heinzmann und viele viele andere dankbar ihre Kunst auf der Bühne an die Fans tragen, sich bei den Veranstaltern für die Möglichkeit bedanken, aus ihrem Hause rauskommen um endlich wieder ihren Beruf in vollem Umfang ausleben zu können, sieht man eine Nena auf der Bühne, die die Kulturlandschaft nicht schlimmer repräsentieren könnte.


Es ist übrigens genauso schrecklich vom Publikum, diese Regeln zu missachten und der Ansprache auf der Bühne Folge zu leisten. In Ordnung, wenn es Euch egal ist, ob jemand das Virus in sich trägt und man andere ansteckt oder nicht – aber Ihr habt durch Euren Ticketkauf verpflichtet, die Regeln einzuhalten. Aus welchem Grund hört man eher auf Nena, anstatt auf Veranstalter, Securities und sein eigenes Hirn?

Nach dem ersten Aufruf seitens dieser Künstlerin, hätte bereits der Abbruch folgen müssen. Spätestens sofort nach dem zweiten. Ordnungsamt und Polizei ließen aber gewähren. Sarkastisch und belustigend Nenas Kommentare an die Mitarbeiter. Aber an dieser Stelle hätte auch der Veranstalter direkt eingreifen sollen. Konzertabbruch wäre eine Konsequenz gewesen, aber nun ist es anscheinend wenigstens die Absage ihres Konzertes in Wetzlar das Resultat ihrer Missachtung der Sicherheit.  

Was war direkt auf Twitter los? Das Beklatsche von Nena, das Abstempeln als „mutig“ von der AFD  und natürlich der Vergleich zum Christopher Street Day in Berlin einen Tag vor dem Konzert, den auch Nena erwähnte. Sie würde sich zurecht aufregen und den Vergleich ziehen, heißt es auf sozialen Netzwerken vor allem von Rechten. Denn wir wissen ja: Wenn etwas an einem anderen Tag in einem anderen Rahmen passierte und auch scheisse war, dann darf man das für seine eigene Zwecke nutzen und sich genauso scheisse verhalten. Wenn sich andere daneben benehmen dürfen, dann dürfen wir das auch!
Sie wird gefeiert. Irrelevant wie der Wendler, aber Menschen mit ihren „Irgendwann werdet ihr aufwachen!!11“ –  Sprüchen stört das nicht.

Klartext: Was beim CSD in Berlin los war, war dämlich. Und zwar dämlich wie andere Demos, in denen aufgrund von Nicht-Einhalten der Regeln hätte abgebrochen werden müssen. Deutlich zu sehen war, das einige Teilnehmer Masken trugen, aber es waren nicht alle. Wieso war das erlaubt?
Die Rechten und die Querdenker werden es für unfassbar halten, aber man kann sehr gut zwei Szenarien verurteilen, kritisieren und für scheisse befinden. Genauso wenig okay sind zum Beispiel auch die überfüllten Clubs, in denen sich junge Menschen unbedingt „I want it that way“ gegenseitig mit Fremden ins Gesicht schreien müssen. In einer Pandemie. Ohne Maske und Abstand. Hunderte von Quarantänefällen, Ansteckungen und dementsprechend wieder neue Maßnahmen für die Gesamtheit aber – egal.

Das eine war nun aber der CSD, der so nicht hätte stattfinden dürfen, ganz gleich welcher Inhalt die Demo hatte, das andere war ein Konzert.
Ein Konzert, das lange geplant wurde, in das Geld, Kraft und sicherlich auch Bangen floss, wie in jede andere Reihe der coronakonformen Konzerte. In einer Branche, die für das Land und für das Herz so wichtig ist, aber leider nicht als wichtig behandelt wird.
Ein Konzert, auf dem auch mit den Regeln hätte gefeiert werden können. Nena, beschwerst du dich über Absperrungen, erreichst dein Publikum nicht und bist nur zufrieden, wenn deine Fans genau vor dir stehen und auf dich herauf blicken, damit du das Gefühl hast, nur dann feiert ihr wirklich zusammen, dann liegt es definitiv nicht an den Maßnahmen. Wenn du dein Publikum nicht erreichst, liegt es an dir.

Update zum 21.10.2020

Hello hello Ihr Lieben.

Ende Oktober des letzten Jahres wurdet Ihr über eine kleine Preiserhöhung bezüglich der Bekleidung informiert, die aufgrund gestiegener Versandkosten seitens der Druckerei nötig war. Für den Herzensmerch.-Shop ist es immer wichtig gewesen, die Preise so zu halten, dass sich Fans aus jeder finanziellen Situation ein Kleidungsstück leisten können. Dies ist auch immernoch eine der Prioritäten. Die jedoch immer sehr niedrig gehaltenen Preise in Relation zu den Kosten der Produktion, sind auf lange Sicht ein utopischer Gedanke, was im Laufe des Jahres deutlich wurde. Daher gibt es eine Erhöhung bzw. Neukalkulation der Preise, den Produktions-, Service-Designkosten angemessen. Ziel ist es, dass wir langfristig unsere Leidenschaft zu Konzerten teilen und bald wieder ausleben können, drüber reden, uns verbinden – dafür sollt Ihr die bestmögliche Erfahrung auch auf dieser Seite haben. Um Euch diese Erfahrung zu geben, Rabatte, Aktionen, Gewinnspiele und mehr bieten zu können, ist dieser Schritt notwendig.

Die teils hohen Kosten für den Versand der Druckerei, von denen Ihr nichts mitbekommt, da Eure Versandkosten in dem bekannten Rahmen geblieben sind, zusammen mit den niedrigen Preisen vor allem für Crewnecks und Hoodies jedoch, ahnt Ihr vielleicht, aus welchem Grund es nicht machbar ist, gleichzeitig auch noch Rabatte rauszuhauen, nach denen manchmal gefragt wird. Nicht vergessen: Herzensmerch. ist kein Großkonzern oder eine Kette, die diese Produkte in einer Massenproduktion erstellt. Ihr könnt Euch vielleicht denken, dass es auf lange Sicht nicht möglich wäre, den Shop weiterhin so zu führen oder weiterzuentwickeln. Demnach endet die kleine Ankündigung hier mit lieben Grüßen. Wendet Euch bei Fragen gern via Instagram oder per Mail an den Shop.

Vielen Dank für’s Lesen. ♥

Konzerte im Autokino – gute Alternative?

Ich habe mich entschieden, ein paar ausführlichere Worte zum Thema „Autokino-Konzerte“ zu schreiben, nachdem es auf Twitter oder Instagram immer mal wieder einen Austausch gab. Dementsprechend ein Kommentar bezüglich dieser Thematik.

Als die kölsche Band Brings ein Autokino vor vielen Wochen mit einem Konzert eröffnet hat, war ich von der Idee relativ begeistert, weil es in erster Linie sehr gut tat, eine Band wieder freudig auf der Bühne und in ihrem Element zu sehen. Hupen der Autos wurden zum neuen Applaus, Lichter der Autos zu den neuen Handylichtern oder Feuerzeugen. Durch eine bestimmte Frequenz wird das Konzert im Autoradio übertragen. Der Geräuschpegel für die Nachbarschaft hält sich dementsprechend (bis auf das Hupen) in Grenzen. Die Sicherheitsbestimmungen waren in den letzten Wochen jedoch klar: Die Fenster müssen geschlossen bleiben oder dürfen nur einen Spalt geöffnet werden, das Auto darf nicht verlassen werden und ein Mindestabstand zwischen den Wagen muss eingehalten werden.
Beim zweiten Blick auf Autokino-Konzerte wird jedoch deutlich, dass es zwar eine Alternative zu Konzerten ist, jedoch eine Alternative, die sehr vieles einschränkt. 1. Soweit man gesehen hat, spielen nur Künstler diese Konzerte, die eine gewisse Menge an Fans anziehen. Jegliche Künstler, die in Clubs vor 200 Leuten spielen, auf Konzerte und das Geld angewiesen wären, haben da keine Chance. 2. Das Mitsingen des Publikums wird nicht gehört, man kann sich nicht bewegen, nicht tanzen – sprich, alles was ein Konzert atmosphärisch ausmacht, fehlt. Viele Besucher von Autokino-Konzerten feiern diese Alternative trotzdem. Meinungen reichen generell von „Mir egal, hauptsache es gibt ein Konzert“ bis zu „Ich verzichte dann doch lieber und warte, bis richtige Konzerte wieder erlaubt und möglich sind.“

Während am Anfang jegliche Sicherheitsregeln befolgt werden mussten, scheinen diese je nach Bundesland nun gelockert zu werden, wie jüngst wieder in Stories von Brings gesehen. So sitzen Leute im Fenster, stehen neben den Autos oder haben ihr Dach des Cabrios weit offen. Künstler schauen nicht mehr nur auf die Wagen, sondern teilweise auf Menschen. Einerseits ist das sowohl für Künstler, als auch die Besucher natürlich großartig.
Andererseits gab es jedoch schon zu Anfang meiner Meinung nach diese eine, essentielle Sache, die Autokino-Konzerte für mich in ein schlechteres Licht gerückt hat: die Autos.
Denn letztendlich sind nur Menschen in der Lage, Autokino-Konzerte zu besuchen, die einen Führerschein und ein Auto besitzen oder jemanden kennen, der dies hat.
Es gibt mit Sicherheit viele Leute, die große Fans von Bands sind und ohne Konzerte eingehen, jedoch niemanden haben, der sich z.B. für ca. 100 Euro (pro Auto) ein Konzert anschauen würde. Jegliche Personen, die in ihrem Leben nicht die Möglichkeit hatten, einen Führerschein zu machen, haben keine Chance auf die alternativen Konzerte, auch wenn sie es vielleicht durch Liebe oder nur Neugierde und Interesse gerne einmal erleben würden. Sich im Internet Menschen zu suchen, mit denen sie auf diese Konzerte gehen, ist in der Corona-Zeit keine Möglichkeit.
Das führt meiner Meinung nach zu einer kleinen Spaltung: Menschen, die ein Auto besitzen oder eine ihnen nahestehende Person mit Auto haben vs. Menschen ohne Führerschein und Auto.

Konzerte gehören zur Kultur, und Kultur sollte theoretisch für jede Person unabhängig der finanziellen oder sozialen Lage zugänglich sein. Leider ist dies unter anderem bei den Autokino-Konzerten nicht der Fall, da eine bestimmte Gruppe an Menschen ausgeschlossen wird und keine Möglichkeit hat, diesen Teil der Kultur wahrzunehmen. Da geht es auch nicht nur um führerscheinlose Personen, die alt genug wären, sondern zum Beispiel auch die Unstimmigkeit bezüglich des Alters der Kinder, die mitfahren dürfen. Oder gar Teenager, die zwar alt genug für ein Konzert, aber zu jung für einen Führerschein sind, jedoch keine Eltern haben, die mit auf Autokino-Konzerte kommen würden… Oder Eltern, die sich selbst kein Auto leisten können.
Natürlich gibt es immer wieder verschiedene Personen, die diesen Leuten vorwerfen, nicht „genug zu arbeiten“, um sich ein Auto zu leisten oder nicht genug im Leben zu tun, um einen Führerschein oder Auto als Priorität anzusehen. Dieser Grundgedanke oder dieses Urteil über Leute ohne Auto, finde ich jedoch falsch. Nicht nur, weil selbst hart arbeitende Personen sich oftmals nicht viel leisten können, sondern auch weil es nicht immer finanzielle Aspekte sind, die eine Rolle spielen.
Wie es von einigen Künstlern, die diesen Konzerten eher neutral oder negativ gegenüberstehen, bereits in Interviews oder Livestreams gesagt wurde, ist natürlich auch die Umwelt ein Faktor, der gegen Autokino-Konzerte und die übermäßige Nutzung dieser Beförderungsmittel spricht.

Der Sommer steht im Zeichen dieser alternativen Konzerte… welche leider nicht von allen Teilen der Bevölkerung wahrgenommen werden können. Nach einigen Gesprächen mit vielen verschiedenen Menschen wird einem klar, wie selbstverständlich es teilweise genommen wird, ein Auto zu besitzen, mobil und flexibel zu sein. Ähnlich wie Fans, die nicht verstehen, wieso andere beispielsweise ein Konzert relativ schnell verlassen müssen, um ihren Zug zurück in ihre Stadt erwischen zu müssen, weil sie die Nacht nicht auf einem Bahnhof verbringen möchten, kein Hostel in der Nähe ist und sie sich ein Hotel nicht leisten können.

Persönlich freue ich mich auf den Tag, an dem alle Fans gemeinsam wieder in einer kleinen oder großen Halle oder im Freien zusammen feiern können – ob mit Abstand oder ohne. Ob sie sich das Ticket direkt kaufen konnten, oder einige Monate darauf sparen mussten… Am Ende sind alle zusammen vor der Bühne, auf Konzerten ihrer Lieblinge und singen gemeinsam, schwenken ihre Arme und Handylichter, klatschen und springen und tanzen. So, wie es sein soll.

Fan-Kooperation: Gewinnspiel

Update: Danke für die E-Mails uns Bewerbungen. Die Auswahl wird aufgrund der großen Menge an Nachrichten noch etwas dauern. Ihr werdet im Laufe der Woche kontaktiert.

Ein kleiner Aufruf an alle Fans, die auf Instagram eine Seite für ihre Lieblingskünstler betreiben.

Der Herzensmerch.-Shop möchte gerne einigen Fan-Seiten auf Instagram die Möglichkeit einer Kooperation in Form eines Gewinnspiels geben. Hattet Ihr schon immer mal Lust, Euren Followern etwas anzubieten, was sie interessieren könnte oder ein Gewinnspiel zu starten, jedoch fehlte Euch dazu der passende Gewinn?
Herzensmerch. sucht 3-5 Fanpages auf Instagram, mit denen zusammen in den nächsten Wochen kleine Gewinnspiele mit (neuen) Bändchen veranstaltet werden. Für diese Kooperation tragt Ihr natürlich keine Kosten. Jegliche Bedingungen und die Durchführung werden mit den ausgewählten Seiten besprochen.

Wenn Ihr Lust dazu habt, so eine Art der Kooperation einzugehen, um Eure Follower und Gleichgesinnte mit einzubinden,, schreibt bis zum 11.05. 19 Uhr eine Mail mit
– Eurem Instagram Namen
– einer kleinen Erklärung was Ihr auf Eurer Seite macht, für wen sie ist
– und seit wann es sie gibt
an info@herzensmerch.de mit dem Betreff „Gewinnspiel Kooperation„.

Voraussetzungen für die Auswahl als Partner sind, dass die Seite öffentlich ist, eine Interaktionsrate auf Eurem Profil vorhanden ist und Eure Seite thematisch zu Herzensmerch. passt – demnach also auch Eure Follower Lust auf so ein Gewinnspiel hätten.
Ob es eine Seite ist, die jegliche Form von Edits postet oder anderes, ist nicht wichtig, der Content muss generell passen. Ausgewählt werden am 12.05. 3-5 Seiten, die eine Mail bekommen und der weitere Verlauf besprochen wird. Bei der Aufbereitung der Beiträge zum Gewinnspiel, habt Ihr kreative Freiheiten.

Habt Ihr selbst keine Seite, kennt jedoch eine, zu der diese Kooperation passen würde, markiert sie unter dem letzten Instagram Post zu diesem Thema oder schickt den Beitrag weiter.

Bei Fragen könnt Ihr mich gerne per Mail oder über Instagram kontaktieren.

Community choice – Bändchen

Auf Instagram wurde gefragt, welchen Text, welche Worte Ihr gerne auf einem Bändchen haben möchtet. Einige Vorschläge stehen nun hier zu Wahl, für die abgestimmt werden kann.

Euer Wunsch für ein Bändchen:

Bitte beachten: Es gab einige Vorschläge, die für ein Bändchen entweder zu lang waren, sich auf einen bestimmten Künstler fokussierten, sich nicht auf Konzerte/Fans bezogen oder die Lyrics von Künstlern sind – Herzensmerch. druckt nichts, was urheberrechtlich geschützt ist, wozu Songtitel oder Songtexte gehören.

Mobbing unter Fans?

Wieso ist das überhaupt möglich?

Auf dem Instagram Kanal (@herzensmerchofficial) habe ich das Thema Respekt unter Fans und Mobbing zwei, dreimal bereits angesprochen. Nicht nur, weil ich selbst in den letzten Jahren aus bestimmten Fandoms Anfeindungen erlebt habe, sondern weil ich weiß, wie teilweise unerträglich es bei anderen ist. Viele Nachrichten haben mich von Fans erreicht, die mir ihre Situationen geschildert haben.

Zu allererst: Nicht jeder Mensch kann ein Mensch voller Liebe sein. Oftmals wird davon geredet, nur Liebe zu verbreiten. Meistens ist das aber eine utopische Einstellung, denn Hass oder generell negative Gefühle, gehören genauso zum Leben und dem Menschen, wie die Liebe selbst. Auch Neid ist menschlich. Da ist jedoch zu unterscheiden zwischen konstruktivem und dekonstruktivem Neid. (Also ob man gerne an der Stelle der Person wäre, die etwas Positives erlebt, oder ob man der Person etwas schlechtes wünscht.)

Laut einer Erwähnung von Hartmut Wewetzer im Tagesspiegel, über eine Forschung aus London, gehen Liebe und Hass so schnell ineinander über, weil zwei Gehirnbereiche eng aneinander liegen und die romantischen Bereiche auch von dem Hass befeuert werden. Es ist nicht unmenschlich zu sagen, man hasse etwas. Es ist nicht unmenschlich, negativ zu denken oder nicht konstant Liebe verbreiten zu können.

Manchmal ist es jedoch aber nun wirklich besser, die Klappe zu halten, anstatt die eigene Unsicherheit oder Unzufriedenheit in Form von Hass auf andere zu projizieren. Es ist leider fast schon zur Normalität geworden, dass auch heutzutage noch bestimmte Personen ihre Unwissenheit, ihr eigenes Versagen oder Sonstiges durch Hassgefühle gegenüber Menschen anderer Religion, anderer Hautfarbe oder anderer Sexualität ausdrücken und zum Sündenbock für alles machen. Aber mal ganz abgesehen von politischen Debatten und Gesinnungen, gibt es diese Hassgefühle, die schlichtweg über Mobbing hinauslaufen, auch in Fangemeinschaften. Wie ist das möglich?

Wie bereits in einem Post erwähnt, sind nicht nur für mich Konzerte und Fangemeinschaften, die mich seit 19 Jahren begleiten, eine Art Rückhalt. Ein Fandom ist nicht einfach ein Platz, wo Künstler gefeiert werden, sondern wo Fans zusammenhalten… sollten. Nicht selten erlebt man allerdings, wie viel Negativität in einem Fandom existiert. Und das aus den unterschiedlichsten Gründen. Nicht jeder sieht es, nicht jeder hat es erlebt, aber es ist bei vielen präsent. Manchmal sind es einfach Fans, die sich für etwas Besseres halten und sich dementsprechend benehmen. Ein heuchlerisches Verhalten, bei dem Richtung Öffentlichkeit in eine Opferrolle gesprungen wird und privat aber beleidigende Nachrichten verschickt werden, über andere Fans oder gar den Künstler gelästert wird. Das kann zwar wie die eine eher „harmlose“ Situation wirken, aber jeder Mensch nimmt auch die kleinsten Beleidigungen differenziert auf.
Eher seltener bekommt man mit, wie Fans Nachrichten oder Kommentare bekommen mit Inhalten wie „Ich wünsch dir Krebs an den Hals“ oder „Ach komm, bring dich um“. Oder Anfeindungen passieren über dritte Personen. Alles existiert. Meistens in anonymer Form durch Plattformen wie Tellonym.

Was verleitet Leute dazu, Menschen, die eine gleiche Leidenschaft teilen, so fertig zu machen? Die Gründe dafür sind genauso sinnlos wie bescheuert.
Nur weil ein Fan im gleichen Dorf lebt, wie der Lieblingskünstler? Nur weil ein Fan den Künstler schon oft getroffen hat? Nur weil ein Fan vieles des Künstlers feiert? Oder nur weil ein Fan sich kritisch zu dem Lieblingskünstler äußert?
Es gibt aber auch Situationen, in denen Hass und Mobbing durch andere Gründe befeuert werden. Ich frage mich, wie es wohl möglich ist, dass ein männlicher Fan beleidigt wird, nur weil er durch eine Fanpage seinen Lieblingskünstler unterstützt und als „Schwuchtel“ bezeichnet wird. Das ist absurd, aus vielerlei Hinsicht. Schwul zu sein, ist in erster Linie nichts, was als Beleidigung genutzt werden sollte. Niemals. Jemanden als „schwul“ oder Ähnliches zu bezeichnen, weil man als Mann einen Mann untersützt- das ist nicht nur sinnfrei, sondern auch bescheuert. Oh Hallo Menschlichkeit! Selbst wenn eine Person auf das gleiche Geschlecht steht, so what? Lasst die Menschen ihr Leben leben. Welche Weltanschauung muss man haben, um jemanden dafür zu verurteilen, eventuell schwul zu sein, nur weil ein Künstler des gleichen Geschlechts unterstützt wird? Ganz abgesehen davon, dass die sexuelle Orientierung nichts mit dem Support für einen Künstler zu tun hat.

Es ist traurig und es ist beschämend, dass man für seine Leidenschaft, die Arbeit, die man in das Fan-Dasein steckt oder seine eigene Meinung und weiteres beleidigt wird.
Gerade Musik ist das, was Leute zusammenbringt. Man sieht es auf Konzerten. Egal wie alt man ist, welche Figur man hat, woher man kommt oder wen man liebt- Musik und Konzerte bringen diese Menschen zusammen.
Da fällt mir gerade auch das Lied „Take My Hand“ von der Kelly Family ein: Die Kellys müssen es nicht mal ankündigen, denn Fans wissen mittlerweile, was bei dem Lied zu tun ist; sie nehmen die Hand des Nachbarn und schunkeln und singen zusammen. Es ist vollkommen egal, ob man mit dem Nachbarn vorher Worte gewechselt hat, man vereint sich – durch die Musik, die Live-Atmosphäre, die Liebe.

Natürlich ist so etwas auf Social Media nicht immer möglich. Aber genauso, wie es heutzutage wichtig ist wie vielleicht selten zuvor, gegen rechten Hass aufzustehen, seine Meinung zu sagen und Unmenschlichkeit nicht siegen zu lassen, ist es auch in einer Fangemeinschaft wichtig, sich zusammen zu schliessen. Das bedeutet nicht, dass man dazu aufrufen soll, Personen die einen beleidigen fertig zu machen (Sachlichkeit und Konstruktivität bringen mehr, als sich auf ein niedriges Niveau zu begeben), aber dass man sich gegenseitig Unterstützung schickt. Füreinander da ist. Leute auffängt, wenn sie fallen. In einem Moshpit bei Rock-Konzerten ist es wortwörtlch gemeint, auf Social Media metaphorisch. Ihr wisst, was ich meine.

Wenn man mitbekommt, dass jemand aufgrund seiner Sexualität, seiner Leidenschaft oder aus irgendwelchen anderen irrsinnigen Gründen beleidigt wird, seid füreinander da. Je mehr Hass in einer Fangemeinde verbreitet wird, desto wichtiger ist es, dem entgegen zu treten.